VIS VIENNA INDEPENDENT SHORTS FESTIVALBLOG 2015

PROJEKTUMFANG: Redaktionelle Leitung; Blogging und Berichterstattung vor, während und nach dem Festival; Kooperationspartner für die offizielle Festival-Doku von Eyup Kus - Pictures & Videos

LESEPROBE: Auszug aus dem Blogeintrag „Vera Russwurm und die Numerologie“ vom 27. Mai 2015

AUFTRAGGEBER: VIS Vienna Independent Shorts in Kooperation mit Das Denkfabrikat

ARBEITSZEITRAUM: Mai/Juni 2015 

Gestern Abend fand die Eröffnungsgala des zwölften VIS Vienna Independent Shorts Festivals im Wiener Gartenbaukino statt. Viel lässt sich nicht darüber sagen, denn ab dem Zeitpunkt, wo das Denkfabrikat in der Dankesrede erwähnt wurde, haben wir vor lauter Glückseligkeit nicht mehr richtig zugehört.

“...sowie bei unseren Freunden von Das Denkfabrikat.” In your face mögen sich in diesem Moment fünf Leute im Saal des Gartenbaukinos in Richtung des restlichen Publikums gedacht haben, als Benjamin Gruber und Daniel Ebner, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des VIS Vienna Independent Shorts Festivals, in ihrer Dankesrede an die Förderer, Sponsoren und Partner auch das Team des offiziellen Festivalblogs erwähnten. Man muss an dieser Stelle etwas Nachsicht zeigen. Das Denkfabrikat wurde noch nie irgendwo in einer Dankesrede erwähnt, bis gestern wussten wir noch nicht, wie gut sich das anfühlt. Das machte den Abend natürlich doppelt schön. Von dem – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgezeichneten Eröffnungs-Filmprogramm und einer irgendwie ziemlich lustig durch den Abend führenden Moderatorin ganz zu schweigen.

Überhaupt der Humor dieser Gala. In Zeiten, wo interaktive Grafiken immer mehr der Informationsvermittlung im Printless-Newspaper-Bussiness dienen und die Zahlenjongleure des österreichischen Rechnungshofes sich durch ihre Wespennest-Stecherei zunehmend zu einem unfreiwilligen Schattenkabinett entwickeln, hat sich auch das VIS-Festival in die Untiefen der Numerologie gewagt, und die Eröffnungsrede kurzerhand zu einem Zahlenbombardement umfunktioniert – von den Minuten, die man im letzten Jahr mit der Sichtung sämtlicher Wettbewerbsfilme verbracht hat, über die Zahl der Mitarbeiter bis hin zur Anzahl der bedruckten Papierseiten, die als Katalog, Flyer und Programmbroschüre in den letzten Wochen in Umlauf gegeben wurden. Da fehlten nur noch physikalische Telekolleg-Witze á la “In der Anzahl der Minuten der gesichteten Filme hätte man x-mal die Erde umrunden können.” Das hat ganz gut mit einer sich viel Raum für Sprechpausen und der Suche nach dem richtigen Wort gebenden Moderation zusammengepasst. Vielleicht kam der Spaß an der Sache aber auch daher, dass einem die direkte Sitznachbarin mit dem Kommentar “Die spricht wie die Vera Russwurm” irgendwann die Unmöglichkeit des Abends in’s Hirn brannte. Sich von da an noch irgend jemand anderen als die langgediente Grand Dame des österreichischen Talk-Fernsehens, deren frühere Show “Vera” einmal zuverlässiger Gradmesser für das Ende von Promi-Karrieren war, auf der Bühne vorzustellen – denkste!

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Festivalsujet: Benjamin Hammerschick / hammerschick.at
Foto: Benjamin Fritz / La Vie Excessive 

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VIS VIENNA INDEPENDENT SHORTS FESTIVALBLOG 2014

PROJEKTUMFANG: Blogging und Berichterstattung vor, während und nach dem Festival; Koordinierung des Festival-Vlogs VIS 24/7 von Eyup Kus - Pictures & Videos

LESEPROBE: Auszug aus dem Blogeintrag „VIS Preisverleihung: Fokus auf das Außerhalb“ vom 30. Mai 2014

AUFTRAGGEBER: VIS Vienna Independent Shorts in Kooperation mit Das Denkfabrikat

ARBEITSZEITRAUM: Mai 2014

Da die 24 Sekunden des Festival-Videoblogs, den Das Denkfabrikat heuer zusammen mit Eyup Kus für die Vienna Independent Shorts 2014 gestaltet hat, dann doch zu kurz sind, um zusammenzufassen, wieviele Filme bei der gestrigen Preisverleihung wieviele Preise gewonnen haben, sei den geneigten Fans unseres Blogs hier nochmal eine Gelegenheit zur Nachlese geboten – und uns selbst die Möglichkeit einer Würdigung dieser großartigen Veranstaltung, die jetzt leider wieder ein Jahr Pause macht.

Es ist schon immer wieder erstaunlich zu beobachten, welch lange Warteschlangen es wegen kurzer Filme geben kann. So geschah es auch heuer, während der vergangenen sieben Tage, bei der 11. Ausgabe des Vienna Independent Shorts Festivals, dass das Foyer des Stadtkinos im Künstlerhaus bei manchen Gala-Veranstaltungen und Programmscreenings zum Bersten mit Filmliebhabern und – im wahrsten Sinne des Wortes – Schaulustigen gefüllt war. Es ist die Bestätigung des Wertes und der Qualität der Kulturarbeit und Filmvermittlung, die das Team vom ersten Festival an in den letzten Jahren geleistet hat. Man darf davon ausgehen, dass bei dieser einwöchigen Huldigung an den Kurzfilm eventuell wieder ein Besucherrekord aufgestellt wurde.

Seit gestern ist es wieder für ein Jahr zu Ende, zum Schluss gab es noch eine streng faktenbezogene Preisverleihung (ganz nach dem Motto: wenn ihr Glamour wollt, dann könnt ihr ja bis 5 Uhr früh die Oscars schauen, wir gehen in der Zwischenzeit feiern!), die Dank des Auftritts der Animationskünstlerin Mariola Brillowska, ihres Zeichens Jury-Mitglied für den Animation-Avantgarde-Wettbewerb, für ein paar Minuten etwas von einer Anarcho-Oscar-Verleihung hatte. Es war schon ein köstlich verschrobener Anblick, als sie die von ihrem Jury-Kollegen und VIS-Artist-in-Residence Mihai Grecu verlesene Begründung für die Wahl des Gewinnerfilms dieser Kategorie in einer an Teleshopping-Synchronisationen gemahnenden Ungenauigkeit nachgestikulierte und schließlich dem Regisseur Michel Klöfkorn mit dem Preis einen “roten Faden” für die weitere Karriere überreichte. Das hätte man in den falschen Hals kriegen können, war aber deswegen umso willkommener.

Insgesamt haben die Jurys mit den Gewinnern der verschiedenen Wettbewerbskategorien ihren Blick auf die Vielschichtigkeit dessen gerichtet, was außerhalb des alltäglichen Blickfeldes liegt. Noema von Christiana Perschon, Gewinnerin des mittlerweile von allen Sparten höchstdotierten Wiener Kurzfilmpreises für den besten österreichischen Film, handelt etwa von der 93-jährigen Künstlerin Tatjana Gamerith, die langsam ihr Augenlicht verliert und nur noch – ein wunderbares Zusammenspiel einer rhetorischen Opposition – intuitiv und mit der Routine ihrer Hände arbeitet. Es ist in diesem Fall ihr eigener Alltag, der gezwungenermaßen zunehmend außerhalb ihres Blickfeldes liegt, doch auch ihr Leben an sich in Zurückgezogenheit, an dem einsamen Ort ihrer künstlerischen Kraft, wirkt außerhalb dessen, was man gemeinhin Alltag oder gar Gesellschaft nennt. Christiana Perschon versinnbildlicht diesen mehrdeutigen Grat in den Holzschlitzen der Scheune neben Gameriths Haus, durch die sie mit ihrer Kamera lugt. Mit dem Verlust des Augenlichts scheint die Künstlerin, gleich dem Prozess einer Entrückung, auch der Welt ein immer unsichtbareres Bild ihres Lebens zu geben.

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Festivalsujet: Benjamin Hammerschick
Foto: VIS/Jacob Kohl